18. August 2015

Smarte Unterstützung fürs Gehör

Apps sind nicht nur für Menschen mit Hörminderung und Tinnitus nützlich, sondern können auch beim Schutz des Gehörs unterstützen

Smarte Unterstützung fürs Gehör - Foto: ra2 studio/fotolia.com(EUHA/Mainz 18. August 2015) Es gibt sie für fast alles, wir können unsere tägliche Schrittzahl damit messen, uns über das aktuelle Wetter informieren, und seit Neuestem unterstützen sie auch beim besseren Hören. In Zukunft sollen sie sogar den Blutzucker und den Blutdruck messen können. Die Rede ist von Apps. Smartphone-Nutzer schätzen die Vorteile von Apps im Alltag sehr, zunehmend gewinnen sogenannte Gesundheitsapps an Bedeutung.

Wer schon immer mal wissen wollte, wie hoch der Lärmpegel in der Lieblingsdisco oder auf der Baustelle nebenan ist, kann dies über verschiedene Apps, die einen Dezibelmesser haben, erfahren. Dies ist ein erster Schritt, sich mit Gehörschutz zu befassen. Ausführlichere Informationen hat der örtliche Akustiker.

Andere Apps bieten einen Hörtest an. Binnen weniger Minuten erfahren die Nutzer etwas über ihren aktuellen Hörstatus. Solche Apps ersetzen natürlich nicht den Besuch beim Hörgeräteakustiker, sie decken lediglich einen Teil des breiten Spektrums „Hören“ ab, sind aber ein guter Einstieg in die Thematik.

Im Bereich des Hörens gibt es außerdem Apps, die Hilfe für Menschen mit Tinnitus anbieten. Eine App ermöglicht den Usern, ihre Lieblingsmusik ohne störende Ohrgeräusche zu hören, die Frequenzen, auf denen sich die Ohrgeräusche befinden, werden dabei herausgefiltert. Eine Anwendung dieser App über mehrere Monate soll die Überaktivität im Hörzentrum dauerhaft reduzieren und damit den Tinnitus lindern. Eine andere Variante der Tinnitus-Therapie setzt auf die Umprogrammierung des Hörzentrums durch Ablenkung und Überdeckung der lästigen Ohrgeräusche. Diese App bietet ergänzend Entspannungs- und Einschlafhilfen an.

Hörgeräteträger profitieren ebenfalls von Apps, zum Beispiel lassen sich Lautstärke, Programmwahl oder die Einstellung für Höhen und Tiefen damit regulieren. Auch eine Wind- und Störgeräuschunterdrückung und die Fokussierung von Sprache kann darüber gesteuert werden. Apps machen es möglich, dass Telefonate, Fernsehen oder die Lieblingsmusik direkt auf die Hörsysteme übertragen werden. Marc Osswald von der Europäischen Union der Hörgeräteakustiker e. V. empfiehlt: „Gehen Sie zum Hörgeräteakustiker und informieren Sie sich unverbindlich, welche Hörsysteme sich mit einem Smartphone steuern lassen.“

Andere Apps sollen für Kreativschübe am Arbeitsplatz sorgen. Laute Hintergrundgeräusche, wie solche, die beispielsweise in Großraumbüros entstehen, können mit Hilfe der App durch entspannte Waldgeräusche ausgeblendet werden. Sanfte Regentropfen und leichtes Laubgeraschel oder leises Meeresrauschen fördern einer Studie der Universität Chicago zufolge kreative Arbeitsprozesse.

Ideal ist es, wenn die Benutzeroberfläche klar und übersichtlich strukturiert ist, natürlich sollte man die Kosten im Blick haben und prüfen, ob die App auch offline nutzbar ist. Hörgeräteakustiker haben übrigens die Möglichkeit, sich via EUHA App über aktuelle Fortbildungsveranstaltungen zu informieren.


Quellen:

http://www.jstor.org/stable/10.1086/665048
http://www.handelszeitung.ch/lifestyle/digital/den-buerotag-akustisch-im-wald-verbringen-740812
http://derstandard.at/2000017728262/Gesund-per-Handy-Startups-hoffen-auf-den-Durchbruch
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/hoeren/test/test_aid_23331.html
http://www.bild.de/newsticker-meldungen/digital/smartphone-app-mit-hoertest-35856512.bild.html

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Foto: ra2 studio/fotolia.com


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