5. März 2015

Mehr Augenhöhe für Gesundheitshandwerker!

Die Handwerkskammer zu Köln hat am 2. März 2015 zu einer Veranstaltung mit dem Bundesminister für Gesundheit Hermann Gröhe eingeladen.

(Mainz, 5. März 2015) Die Entwicklungen in der Gesundheitspolitik und der Gesundheitswirtschaft sind auch für das Handwerk von großer Bedeutung. Sie haben Auswirkungen auf die wirtschaftliche Existenz und die Marktstellung der Betriebe im Gesundheitshandwerk, wie Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher, Zahntechniker.

Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer zu Köln und Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks sprach vom „Kosmos Gesundheitssystem“, in dem die Ärzte die Sonne sind, Krankenkassen, Gesundheitsberufe und die Gesundheitshandwerke die anderen Planten und Monde. Außerdem gibt es da noch „schwarze Löcher“. Sein Anliegen: „Der Patient sollte Dreh- und Angelpunkt sein.“ Er rief dazu auf, neu über das Gesundheitssystem nachzudenken, das hohe Niveau aufrechtzuerhalten, mehr Mut zum Umdenken aufzubringen und vermeintliche Wahrheiten zu hinterfragen. Aktuell dreht sich alles um die Ärzte, er wünscht sich Gesetze mit mehr Augenhöhe, die auch ein wenig Spielraum für alle beteiligten Akteure lassen. Denn das Handwerk besitzt eine riesige Innovationskraft. Er forderte Hermann Gröhe dazu auf, die Chance zu nutzen, um die richtigen Strukturen dafür zu schaffen.

Hermann Gröhe – Foto: Gudrun Porath

Bundesminister Hermann Gröhe analysierte die Bedeutung der Gesundheitshandwerke für den Standort Deutschland und sein Gesundheitssystem. Er begann seinen Vortrag ganz praktisch und brachte die Anwesenden damit zum Schmunzeln: Dank seiner Einlagen hat er einen festen Stand, seine Brille gewährleistet ihm sichere Autofahrten, und in den Apfel kann er mit perfekt sitzenden Inlays beherzt hineinbeißen.

Gesundheitshandwerk bedeutet laut Gröhe Lebensqualität und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Modernste Werkstoffe und Verarbeitungsmethoden sorgen dafür. Mittelpunkt allen Handelns ist und soll der Patient sein. Er lobte das deutsche Gesundheitssystem als bestes der Welt und betonte, dass es für alle da sein sollte. Das Gesundheitssystem trägt zur Stärkung der Gesellschaft und der Wirtschaft bei. Er sprach sich für eine kluge Balance zwischen Patientenwohl und dem Dreiklang im Gesundheitswesen, bestehend aus Innovationen und Fortschritt, Nachhaltigkeit und eine gerechte Finanzierbarkeit sowie Qualität und Sicherheit, aus. Sein Ziel ist es, faire Wettbewerbschancen gerecht durchzusetzen und Korruption auf dem Gesundheitssektor zu bekämpfen. Außerdem sieht er sich in der Verpflichtung, kosteneffizient zu agieren, sparsam mit den Geldern der Versicherten umzugehen und die bürokratischen Wege zu verkürzen. Ihm ist es wichtig, eine gute Versorgung in der Fläche zu gewährleisten und die Bedingungen der älter werdenden Gesellschaft zu verbessern. Hier verweist er auf den Innovationsfonds, der für mehr Selbstständigkeit im Alter steht. Gröhes Credo lautet: „Technik kann erleichtern, aber keine Fachkräfte ersetzen.“

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden aktuelle Entwicklungen und Weichenstellungen mit der Präsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker KdöR, Marianne Frickel, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der IKK Classic, Frank Hippler, und Antje Domscheit, Referatsleiterin beim Bundesversicherungsamt, erörtert. Thematisch ging es um Kollektiv- und Selektivverträge, integrierte Versorgung sowie um Existenzbedrohung und Qualitätsverlust durch Ausschreibungen.

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Foto: Gudrun Porath


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